Implantierbare Systeme

Implantierbare Hörgeräte werden durch eine Operation quasi "eingepflanzt" (implantiert) und lassen das Äußere eines Menschen unangetastet. Der Gehörgang bleibt im Gegensatz zu konventionellen Geräten frei.

Das Implantat kann sogar da helfen, wo außen angebrachte Hörgeräte an ihre Grenzen stoßen, wenn im Innenohr noch intakte Sinneshärchen vorhanden sind.

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Cochlea-Implantat

Ein Cochlea-Implantat, kurz CI, ist eine Hörhilfe für Kinder und Erwachsene, denen herkömmliche Hörgeräte wenig oder gar keinen Nutzen mehr bringen. Ein CI besteht aus zwei Teilen:

  • dem Implantat, das operativ unter der Haut platziert wird
  • einem Sprachprozessor, der hinter dem Ohr getragen wird

Cochlea-Implantate wandeln Schall in elektrische Impulse um, durch die der Hörnerv stimuliert wird. So können Töne und Sprache wieder wahrgenommen werden.

Für die meisten Menschen mit einer hochgradigen bzw. an Taubheit grenzender Innenohrschwerhörigkeit, deren Hörnerv aber noch funktionsfähig ist, kann ein Cochlea-Implantat eine große Hilfe sein. Hierzu zählen:

  • gehörlos geborene Kinder
  • Kinder und Erwachsene, die durch Krankheiten oder Ähnliches ihr Gehör verloren haben.

Nach gründlicher Diagnostik und Sicherstellung, dass mit Hörgeräten kein ausreichendes Sprachverständnis erzielt werden kann, sollte eine Implantation so früh wie möglich erfolgen. Für Kleinkinder ist eine frühe Implantation bezüglich des Spracherwerbs besonders wichtig.

Wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Implantation ist die Funktionstüchtigkeit des Hörnervs. Das CI wird in einer ca. zweistündigen Operation unter Vollnarkose eingesetzt.

Etwa vier Wochen nach der Implantation beginnt die stufenweise Anpassung des Sprachprozessors. Dadurch wird das Hören für den Patienten wieder als weitgehend „normal“ empfunden.

Als Mitbegründer des Cochlea Implant Centrums Essen-Ruhr verfügen wir über langjährige Erfahrung mit Cochlea-Implant-Trägern. Zahlreiche CI-Träger werden von uns auf dem nichtimplantierten Ohr mit einem Hörsystem versorgt. Nutzen Sie unser Know-how auf dem Gebiet der bimodalen Versorgung mit zwei grundsätzlich verschiedenen technischen Komponenten. Regelmäßige Fortbildungen garantieren einen gleichbleibend hohen Qualitätsstandard bei unseren Mitarbeitern.

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Mittelohrimplantate

Ein Mittelohrimplantat ist ein kleines Hilfsgerät, das in das Mittelohr eingesetzt und mit dem Gehörknöchelchen verbunden wird.

Der Hauptunterschied zwischen einem Mittelohrimplantat und anderen Hörgeräten besteht darin, dass kein Lautsprecher benötigt wird. Über ein Mikrofon, das hinter dem Ohr platziert wird, überträgt das Implantat Geräusche und Sprache an das Innenohr. Das Mikrofon sendet Vibrationen an einen Empfänger, der im Mittelohr sitzt. Es kann sichtbar auf der Haut liegen oder am Schädel unter der Haut befestigt sein.

Mittelohrimplantate werden vor allem von Personen benutzt, die keine traditionellen Hörgeräte benutzen bzw. sie nicht benutzen können. Bei der Implantation sollten die Patienten ein Mindestalter von 18 Jahren haben.

Es gibt inzwischen eine Reihe unterschiedlicher Systeme auf dem Markt:

System Vibrant Soundbridge: Das Gerät mit der Bezeichnung „Vibrant® Soundbridge®“ System ist das am häufigsten verwendete aktive Mittelohrimplantat. Es besteht aus dem extern getragenen Audioprozessor und dem Implantat. Der Audioprozessor wird außen an der Schädeldecke mit einem Magneten fixiert. Das Implantat enthält einen Empfänger und den Schwingungskörper. Dieses System ist das Einzige, das auch für Kinder zugelassen ist.

System Carina: Bei dem Gerät mit der Bezeichnung „Carina™“ besteht das Implantat aus drei zusammenhängenden Teilen: einer Kapsel, in der sich die Steuerelektronik befindet, dem Mikrofon und einem Wandler. Die Gerätekomponenten werden vollständig hinter der Ohrmuschel unter der Haut eingesetzt. Der Schall wird vom Mikrofon unter der Haut erfasst, von der Elektronik in geeigneter Weise in elektrische Signale verarbeitet und an den Wandler im Mittelohr übertragen.

System Esteem: Bei dem Gerät mit der Bezeichnung "Esteem System®" besteht das Implantat hinter der Ohrmuschel unter der Haut aus einem Audioprozessor und zwei Wandlern, dem Sensor und dem Treiber. Der Sensor wird mit der Gehörknöchelchenkette verbunden und nutzt damit das Trommelfell als natürliches Mikrofon. Die Schalltrichterwirkung der Ohrmuschel wird damit ebenfalls ausgenutzt.

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BAHA-System

Das BAHA®-System ist in der Welt der Hörgeräte einzigartig. Es bietet eine optimale Lösung für Menschen, die eine Hörverstärkung benötigen, aber Probleme mit ihrem Gehörgang haben.

Das BAHA-System ist eine Kombination aus Hörgerät, verbunden mit einer kleinen Titanschraube, die im Schädelknochen hinter dem Ohr angebracht wird.

Der Knochen dient für den Klang als Weg, das Innenohr zu erreichen, ohne dass der Gehörgang einbezogen wird. Das Implantat wird hinter dem hörgeschädigten Ohr eingesetzt.